Wir schmücken was wir lieben, was uns wichtig ist.
Ich habe das Goldschmiede-Handwerk in Holland gelernt. Dort heißt Schmuck Zierrat (sieraad). Zieren ist meiner Meinung nach auch das bessere Wort. Wenn wir etwas (ver)zieren durch Bemalung zum Beispiel, dann heben wir es heraus und zeigen, dass es uns etwas bedeutet. Das haben Menschen von Anbeginn getan. Heute dekorieren wir unsere Wohnung oder verzieren die Torte, die wir backen. Es geht dabei um die Aufmerksamkeit, die wir haben, für andere Menschen, für Dinge die uns wichtig sind und auch für uns selbst. Mit dem Schmuck, den wir wählen geben wir etwas von uns preis. Schmuck ist eine Sprache ohne Worte.
Egal ob wir ihn selbst tragen, oder jemand anderem damit eine Freude machen. Wir zeigen, was wir mögen, unseren Stil oder unsere Zugehörigkeit zu einem Menschen. Und deshalb mache ich in meiner Goldschmiede Einzelstücke, individuell wie die Menschen. Ich arbeite sehr intuitiv für imaginäre Kunden, oder für Diejenige, die vor mir steht. Am Anfang eines Schmuckstückes egal ob Ring oder Anhänger, Ohrstecker oder Armband, steht nur eine vage Idee. Und im Prozess des Machens gibt es dann irgendwann den Moment, wo aus der Handarbeit mit Gold oder Silber und der Form und der Struktur eine „Geschichte“ wird. Es kommt etwas dazu, das man nicht sehen kann.
Das fasziniert mich immer wieder.